Hamburg
Hamburger Kunsthalle
On now
Isa Mona Lisa
Until 18 Oct 2026

Making History
Until 31 Dec 2026
- Durch eine völlig neue Rauminszenierung soll sich auf die Besucher*innen das Galerieambiente des 19. Jahrhunderts übertragen: Mit Bezugnahme auf historische Sammlungspräsentationen erstrahlen die Kunstwerke – die teils 100 Jahre lang nicht mehr zu sehen waren – in blockartiger Hängung auf einer samtenen Wandbespannung. [LINK text='Mehr lesen' href='https://www.hamburger-kunsthalle.de#Mehrlesen'] Die ausgestellten Werke sind in verschiedene thematische Ensembles gegliedert: Die starke Präsenz der Historienmalerei verdeutlicht den Aufschwung, den gerade diese Gattung im Laufe des 19. Jahrhunderts erlebte. Ihren Grund hat dies in der politisch angespannten Situation in Europa mit den steten Wechseln von revolutionären und restaurativen Tendenzen. Insbesondere drei Gemälde von Paul Delaroche (1797–1856), einem der bedeutendsten Historienmaler seiner Zeit, verdeutlichen die Neuausrichtung des Geschichtsbildes: Seine Herrschergestalten zeigt er als nahbare und nachdenkliche Individuen. Von den akribisch ausgearbeiteten Genreszenen geht ebenfalls eine starke Suggestionskraft aus. Sie nehmen die Betrachter*innen mit auf eine Zeitreise in die römische Antike, wie in den Werken von Lawrence Alma-Tadema (1836–1891), oder ins französische Rokoko bei Ernest Meissonier (1815–1891). Die Geltung der Antike als Form- und Stoffreservoir für die Kunst hatte das gesamte 19. Jahrhundert über Bestand. Dominiert wird dieser Themenkomplex von Anselm Feuerbach s (1829–1880) großformatigem Gemälde Das Urteil des Paris (1870). Die auffällige Präsenz von Arbeiten, die Gefühle zum Thema haben, steht ebenfalls in Verbindung mit dem damaligen Wunsch nach einer emotionalen Involvierung, beispielhaft dafür sind Die barmherzigen Schwestern (1859) von Henriette Browne (1829–1901). Zugleich reagierte die Genremalerei mittels aktueller Themen, wie etwa Karl Schlesinger (1825–1893) mit dem Gemälde Auswanderer setzen über (1851), auf die neue soziale Realität. Bedingt durch Kriege, Hungersnöte und Arbeitslosigkeit sahen sich um die Jahrhundertmitte Hunderttausende Menschen veranlasst, Europa zu verlassen. Mit dem heutigen Blick auf diese Malerei werden Parallelen zu den gegenwärtig medial vermittelten Bildern von Flüchtlingsbooten virulent. Eine Gruppe vornehmlich englischer Künstler richtete ihren Blick oftmals auf den Nahen Osten. Getragen von dem Wunsch, die für westliche Augen fremde Welt möglichst schillernd vorzustellen, ist die »Orientmalerei« zugleich Zeugnis einer eurozentrischen Sicht auf die arabisch-islamische Kultur. Diese Werke gehen maßgeblich auf die bedeutenden Stiftungen von Gustav Christian Schwabe (1886) und Freiherr Johann Heinrich von Schröder (1910) zurück, dank derer die Hamburger Kunsthalle noch heute über eine der größten Sammlungen an englischer Malerei des 19. Jahrhunderts auf dem europäischen Kontinent verfügt. Den Abschluss bilden die imposanten Landschaftsdarstellungen von Oswald Achenbach (1827–1905) und seinen Zeitgenossen, die mit der Etablierung des Impressionismus um die Jahrhundertwende bald nicht mehr gefragt waren.Description
Making History / Hans Makart und die Salonmalerei des 19. Jahrhunderts
Until 31 Dec 2026

- Die Hamburger Kunsthalle zeigt erstmalig in Deutschland eine Einzelausstellung der Künstlerin Carrie Yamaoka (*1957). Die Präsentation im Lichthof der Galerie der Gegenwart findet anlässlich der Auszeichnung der in New York lebenden, multidisziplinär arbeitenden Künstlerin mit dem Maria Lassnig Preis statt. In ihrer künstlerischen Arbeit interessiert sich Yamaoka für veränderliche Materialien und Oberflächen, oft kombiniert sie beispielsweise Fotografie mit Texttafeln und spiegelnden Bildträgern. Außerdem spielen chemische Prozesse und flüchtige Transformationen eine wichtige Rolle in ihrem Werk und hinterfragen die Möglichkeiten von Aufzeichnung und Dokumentation. Mitunter verändert die Künstlerin ihre früheren Arbeiten nach einigen Jahren erneut und stellt damit Vorgaben hinsichtlich der chronologischen Entwicklung eines künstlerischen Œuvres infrage. Die spiegelnden Oberflächen ihrer zwischen Bild, Fotografie und Skulptur changierenden Werke lassen Raum, Licht und Betrachtende in sich stetig ändernden Perspektiven und Erscheinungsformen ineinanderfließen.Description
Carrie Yamaoka / Maria Lassnig Preis
Until 10 Jan 2027

- Ort 2. OG und 3. OG der Galerie der Gegenwart David Novros (*1941 in Los Angeles, Kalifornien) ist sowohl für seine großen, farbintensiven Gemälde auf unregelmäßig geformten, mehrteiligen Leinwänden bekannt, als auch für seine ortsspezifischen Werke, die über den eigentlichen Bildraum hinauswirken und den architektonischen Kontext der Umgebung einbeziehen. Die Hamburger Kunsthalle plant für den Herbst 2026 die bis dato umfassendste Retrospektive seines Werkes, das sie auf zwei Ebenen der Galerie der Gegenwart in einer großen Ausstellung mit 40 großformatigen, teilweise monumentalen Gemälden, Kupferreliefs und Arbeiten auf Papier präsentiert. Der in New York lebende Maler zählt zu den wichtigsten US-amerikanischen Malern der Gegenwart. Seine Arbeiten wurden erstmals 1965 in einer Doppelausstellung mit Mark di Suvero in der Park Place Gallery gezeigt und 1966 in die einflussreiche Ausstellung »Systemic Painting« im Solomon R. Guggenheim Museum in New York aufgenommen. Seine Werke befinden sich heute in den renommiertesten nordamerikanischen Sammlungen, darunter dem Museum of Modern Art in New York, dem Metropolitan Museum, dem Art Institute in Chicago, dem Whitney Museum of American Art in New York, dem Los Angeles Museum of Contemporary Art, dem Dallas Museum of Fine Art und dem Museum of Fine Arts in Houston. Die Hamburger Kunsthalle erhielt 2021 als Geschenk der Sammlung Lafrenz das monumentale, mehrteilige Werk Four Seasons aus dem Jahr 1974 und erwarb 2024 das Gemälde Boathouse von 2014. Die beiden Werke sind der Anlass, David Novros zu seinem 85. Geburtstag eine Werkschau auszurichten. Die Ausstellung zeigt Werke aus 60 Jahren künstlerischer Entwicklung, unter anderem mit Leihgaben aus zahlreichen nordamerikanischen Museumssammlungen. Die Ausstellung entsteht in enger Kooperation mit dem Künstler.Description
David Novros Painting
Until 21 Feb 2027

- Mit "SKULPTURAL. Die neuen Galerien" präsentiert die Hamburger Kunsthalle erstmals umfassend ihre Skulpturensammlung und das in einer medien- und epochenübergreifenden Schau: Auf 1.500 m² entfaltet sich ein Parcours mit fast 1.000 großen und kleinen Skulpturen, Reliefs, Gemälden, Grafiken, Fotografien, Raum- und Videoinstallationen aus 2.500 Jahren Bildgeschichte in überraschenden Gegenüberstellungen – von der Antike bis zur Gegenwart, von der zweiten zur dritten Dimension, von Miniatur bis monumental. Ein besonderer Fokus gilt dem neu entdeckten Sammlungsschatz: den Kleinstskulpturen – "sculptures en miniature", wie sie der erste Direktor Alfred Lichtwark nannte. Rund 650 Spitzenwerke der Münz-, Medaillen- und Reliefkunst aus Gold, Silber und Bronze sind Teil der Schau. Diese Neuentdeckungen begegnen Meisterwerken aller Medien, so den überlebensgroßen Plastiken von Auguste Rodin oder Aristide Maillol, den Reliefs von Käthe Kollwitz oder Skulpturen von Elena Luksch-Makovsky. Antike Porträts treten in Dialog mit zeitgenössischer Fotografie, Tierplastiken von Edgar Degas begegnen zeitgenössischen Videoarbeiten, klassizistische Idealfiguren treffen auf Körperabgüssen der Pop-Art. Diese Begegnungen finden in modernisierten und umfassend gestalteten neuen Skulpturengalerien statt. Die Präsentation baut auf dem Forschungsprojekt [LINK text='"Von der zweiten zur dritten Dimension"' href='https://www.hamburger-kunsthalle.de/node/3855'] auf, in dem rund 6.000 Münzen, Medaillen und Plaketten erstmals gesichtet, restauriert, digitalisiert und in ihren Kontexten erforscht werden. Damit wird der Bestand der [LINK text='Skulpturensammlung der Hamburger Kunsthalle' href='https://www.hamburger-kunsthalle.de/node/3853'] um eine Vielzahl von Objekten von der Antike bis in die Moderne ergänzt. Zur Eröffnung werden erstmals ausgewählte Münzen, Medaillen und Plaketten über die [LINK text='Sammlung Online' href='https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/suche?filter[highlight][0]=Numismatik'] der Kunsthalle und im [LINK text='Portal ikmk' href='https://www.ikmk.net/tray?lang=de'] (Interaktive Kataloge der Münzkabinette) öffentlich zugänglich.Description
SKULPTURAL / Die neuen Galerien
Until 11 Apr 2027

- Ort Lichtwark-Galerie Sammlung Moderne Mit THIS IS THE MODERN WORLD. Durchbrüche in der Kunst 1900–1960 zeigt die Hamburger Kunsthalle eine Neuinterpretation ihrer Sammlung Moderne, die zu den bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst in Deutschland zählt. Anhand von über 150 ausgewählten Gemälden, Skulpturen, Grafiken und Zeichnungen – darunter bekannte Highlights und besondere Neuzugänge – verdeutlicht die Präsentation die Fülle an neuen Ideen und Ansätzen sowie den Bruch mit bestehenden Traditionen in der Kunst dieser sechs Dekaden, die von außergewöhnlichen Umwälzungen in Kultur und Gesellschaft geprägt war. Vermittelt wird die Vielgestaltigkeit der Ansätze innerhalb der verschiedenen Strömungen der Moderne. Dazu zählen ikonische Werke des Expressionismus wie von den Künstlergruppen Brücke und Der Blaue Reiter mit Ernst Ludwig Kirchner und Wassily Kandinsky, sowie von Maler*innen der École de Paris wie Georges Braque und Pablo Picasso. Zu sehen sind Positionen der Pionier*innen der frühen Moderne wie Edvard Munch, Paula Modersohn-Becker, Lovis Corinth, Max Beckmann und Anita Rée. Ebenfalls vertreten sind Beispiele der Abstraktion zwischen den Weltkriegen unter anderem von Sophie Taeuber-Arp, des Surrealismus von René Magritte, der Neuen Sachlichkeit von Christian Schad sowie des Informel der Nachkriegszeit von Wols. Die Neuhängung zur Moderne umfasst zehn umgestaltete Räume innerhalb des Museumsrundgangs durch acht Jahrhunderte Kunst. Die chronologische Präsentation wird durch zeit- und ortsübergreifende thematische Gruppierungen von Werken bereichert, die neue Zugänge zu dieser revolutionären Zeit ermöglichen. Die Arbeiten thematisieren neue Stile von Abstraktion und Darstellung sowie sich wandelnde Verständnisse von Natur und Technik, Gesellschaft und menschlicher Existenz, beeinflusst von Psychologie, Philosophie und Politik – einschließlich der NS-Ideologie. Eine Galerie zu Hamburger Künstler*innen ergänzt die internationale Moderne um regionale Perspektiven – etwa mit Hafen- und Stadtansichten. Im Verlauf der Schau bieten wechselnd präsentierte Zeichnungen und Drucke des Kupferstichkabinetts nähere Einblicke in Arbeitsmethoden der Künstler*innen. Als Highlight werden jüngste Schenkungen und bedeutende Neuerwerbungen, wie unter anderem das 2025 erworbene Schlüsselwerk des Surrealisten René Magritte Le palais de rideaux (Der Palast der Vorhänge), 1928, präsentiert. Max Beckmann (1884–1950) und Anita Rée (1885–1933) dienen als Leitfiguren der Ausstellung, mit zusammen rund 20 vertretenen Werken. Die zwei Zeitgenoss*innen gelten durch ihre stetige formale Weiterentwicklung und ihre provokanten Ideen als Paradebeispiele moderner Künstler*innen. Von Beckmann wird unter anderem die bisher teuerste Erwerbung in der Geschichte der Hamburger Kunsthalle gezeigt: Selbstbildnis Florenz (1907) mit dem jungen Künstler, als er noch am Anfang eines Prozesses der Selbstinszenierung stand, die in seiner Karriere vielfältige Formen annahm. In einer räumlich direkten Gegenüberstellung blickt Rée zu Beckmann, durch ihr Selbstbildnis in Hittfeld (1904), aus der ebenso anfänglichen Karrierezeit, als sie Malunterricht in der Nähe ihrer Heimatstadt Hamburg nahm. Diese Werke werden mit einer ganzen Reihe weiterer auffällig divergenter Porträts zusammengebracht, die kompakt gehängt an einer Ausstellungswand ein dichtes Tableau vielfältiger Geschichten aus dem Leben bedeutender moderner Meister*innen erzählen. Dazu gehört unter anderem Karl Kluths Selbst mit Melone (1924), das den Künstler als zerzausten Bohemien an seiner Staffelei mit einer lässig getragenen Melone zeigt. Erstmalig präsentiert die Hamburger Kunsthalle mit THIS IS THE MODERN WORLD die »Moderne« nicht mehr unter dem Etikett »Klassische Moderne«, mit der üblicherweise Kunst zwischen 1900 und 1960 von den nachfolgenden »zeitgenössischen« Werken in Museen unterschieden wird. Dies weist zudem auf die zukünftige Ausrichtung hin, die sich mehr einer globalen Geschichte der Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts widmet und sich von dem bisher überwiegend europäischen Fokus löst. Das Engagement der Hamburger Kunsthalle für die Sammlung »Moderne« besteht seit der Eröffnung 1869. Vor allem der zweite Direktor Gustav Pauli sammelte ab 1914 in größerem Umfang Werke moderner Künstler*innen, sicherte dem Museum damit eine Reihe zentraler Arbeiten und etablierte feste Säle für ihre Präsentation. Wegen seines Engagements wurde er im September 1933 von den Nationalsozialisten entlassen – 1937 ging dem Haus fast der gesamte Bestand an moderner Malerei durch die Beschlagnahmung verloren. Carl Georg Heise (ab 1945) unternahm große Anstrengungen, um diesen schweren Verlust mit Erwerbungen auszugleichen und die ehemals verfemte Kunst zu rehabilitieren. Den Wiederaufbau der Sammlung Moderne setzte Alfred Hentzen ab 1955 fort und ergänzte Werke, die die Entwicklungen der Nachkriegs-zeit widerspiegeln. Seit den 1970er Jahren erweitern Ankäufe, Schenkungen, Vermächtnisse und dauerhafte Leihgaben aus Privatbesitz weiterhin sukzessive den Werk-Bestand dieser bahnbrechenden Periode der Kunst.Description
This is the Modern World / Durchbrüche in der Kunst 1900–1960
Until 30 May 2027

- Mit rund 70 Exponaten – Gemälden, Plastiken – nimmt die Ausstellung den bedeutenden Bestand an Werken des Impressionismus in der Hamburger Kunsthalle in den Blick, um diesen in einem größeren globalen Zusammenhang zu zeigen. Vor dem Hintergrund wiedererstarkender Nationalismen stellt sich dabei auch die Frage, ob es heute noch sinnvoll ist, den Impressionismus in nationale Kategorien einzuteilen – und, falls ja, was daraus für unser Denken und Empfinden resultiert. Die Stilrichtung des Impressionismus steht meist synonym für Frankreich: für Künstler wie Édouard Manet, Claude Monet oder Auguste Renoir, für liebliche, helle und farbenfrohe Werke, die oft Szenen im Freien zeigen, oder für eine serielle Auseinandersetzung mit Heuschobern, Kirchenfassaden und Seerosenteichen im Spiel unterschiedlicher Lichtstimmungen zu verschiedenen Tages- oder Jahreszeiten. Dass der Konnex aus ›Impressionismus und Frankreich‹ in dieser Exklusivität nicht greift, zeigt bereits ein flüchtiger Blick auf andere Länder, in denen sich der Impressionismus zwar in zeitlicher Verzögerung, aber durchaus eigenständig entfaltete. In Deutschland zählt u.a. das bekannte und schon zu Lebzeiten so benannte »Dreigestirn« aus Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt zum Impressionismus. Schon zeitgenössische kunstwissenschaftliche Stimmen der Bewegung fassten sie zumindest als europäisches Phänomen auf.Description
Impressionismus / Deutsch-Französische Begegnungen
Until 14 Nov 2027

Coming soon
- Philipp Otto Runge (1777-1810) gilt als Begründer der romantischen Kunst in Deutschland. In der Umbruchszeit der Jahre um 1800 schuf er eine Bildwelt, in der Mensch, Natur und Zeit zu einem poetischen Kosmos verschmelzen. Einen besonderen Stellenwert haben dabei auch Runges Briefe und Schriften, in denen sich der Künstler als visionärer Denker radikalen Zuschnitts offenbart. In den Ausstellungsräumen wird sein Werk in einen produktiven Dialog mit künstlerischen Positionen aus seiner Zeit treten. Exponate aus dem 20. und 21. Jahrhundert unterstreichen darüber hinaus eindrücklich die Aktualität seines Schaffens, das weit über die Epoche der Romantik hinausweist.Description
Philipp Otto Runge Romantisch. Radikal. Modern
17 Sept 2027 – 30 Jan 2028

Recent past exhibitions
- Im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 präsentiert die Ausstellung ABER ICH | DIE WELT | ICH SEHE | DICH* Werke von mehr als 40 internationalen Künstler*innen verschiedener Generationen. Das erste Kapitel entschlüsselt (grabähnliche) Landschaften und eine Kultur der Obsoleszenz, die von historischen Erinnerungen durchdrungen und von persönlichen Erfahrungen, Mythen und Ideologien geprägt sind, oder aber die Frage, wie Bedeutung die latenten Bedeutungen der Bilder insgesamt beeinflusst. Es präsentiert Fotografien, Skulpturen, 16mm Filme und Videos, darunter Henry Fox Talbots The Haystack (1844) mit einer angelehnten Leiter; Henri Becquerels wissenschaftliche Bilder Phosphorescences invisibles und Beta Ray; ein Bild einer Leiter und eines Wachpostens, die durch den Blitz der auf Hiroshima abgeworfenen Atombombe an eine Wand gesprengt wurden und auf dieser ihren Abdruck hinterließen; Hiromi Tsuchidas ARBRE Pin, Camphrier, und Cerisier ; On Kawaras Thanatophanies ; Paul Grahams Corrupted Cherry Blossoms ; Pierre Huyghes Dance for Radium ; Alina Szapocznikows Photosculptures und Tumeurs series ; Santu Mofokengs traumatische oder verseuchte Landschaften, in denen menschliche und geografische Körper gezwungenermaßen eine allmähliche Metamorphose durchlaufen; Jo Ractliffes Terreno Ocupado und As Terras do Fim do Mundo über die Landschaften und Überreste Angolas; Tacita Deans Kodak und The Tail End of Film ; Willie Dohertys Videoinstallation Secretion ; sowie das Lautgedicht The Man who is Afraid of Bombs von Raoul Hausmann. Der Heuhaufen – ein Landschaftsrezitativ – offenbart die Erscheinungsweise von Objekten, deren Schwindel Duchamps Ready-mades vollenden werden, denn zwischen Ready-mades und Fotografie besteht eine sowohl offensichtliche als auch heimliche Verwandtschaft. Das zweite Kapitel der Ausstellung untersucht, wie Künstler*innen wie Marcel Duchamp, Alfred Stieglitz, Richard Hamilton, Marcel Broodthaers, Paul Thek, Dieter Roth, Sherrie Levine, Walid Raad, Jean-Luc Moulène, Emilio Prini, Fischli & Weiss und Seher Shah Fallschatten, optische Geräte, Artefakte und fotografische Aneignung nutzen, um den Zustand von Formen festzuhalten und als Matrix, als konstitutives Vehikel für die Organisation von Ideen, für eine Ökologie der Aufmerksamkeit. Sie teilen Verfahren, welche das Objekt und die Fotografie wieder in das Spiel der Erzählung einführen und die Bilder aus ihrem ursprünglichen bedeutungsgebenden Umfeld emanzipieren, wodurch sie eine Art fotografisches Unbewusstes extrahieren. Das dritte und letzte Kapitel der Ausstellung konzentriert sich auf Protokolle, Bildbearbeitung und die Produktion von Objekten mit historischer und poetischer Anmutung, oder darauf, wie Künstler*innen in ihrer eigenen Praxis konstitutive Gesten, fotografisches oder archäologisches Material und Artefakte untersuchen und übersetzen, die neue Beziehungen zu Erinnerung, Intimität und Archiv herstellen. Indem sie Quellen nachverfolgen, aktivieren und miteinander verflechten, hinterfragen die Künstler*innen den Status des Bildes und »interpretieren neu, was Kunst tut oder was Kunst ausmacht« (Jacques Rancière). Indem sie verkörperte und emotionale Erfahrungen vorschlagen, in denen Ästhetik und Politik untrennbar miteinander verbunden sind, machen ihre Kunstwerke das Zusammenspiel zwischen kolonialer Geschichte und Gegenwart, Arbeit und Traditionen sowie Dokumenten und Vorstellungskraft sichtbar. Sie alle identifizieren Falten im Inhalt von Fotografien: die Details, die etwas über ein Bild verraten und jedes Mal die historischen Sedimente offenlegen. Mit den Künstler*innen Tina Modotti, Bahman Jalali & Rana Javadi, Hannah Darabi, Akram Zaatari, Sigmar Polke, Rosemarie Trockel, Helen Chadwick, Deana Lawson, Karimah Ashadu, Mario García Torres, Ailbhe Ní Bhriain, Yeh Shih-Chiang, Yeh Wei-Li, Saâdane Afif, Yto Barrada, Flaka Haliti, Taysir Batniji, Laura Henno, und Khadija Saye. Die Hamburger Kunsthalle wird auch mit dem Internationalen Sommerfestival 2026 auf Kampnagel zusammenarbeiten und Nan Goldins ikonische Diashow The Ballad of Sexual Dependency aus der Sammlung des Museums, (die deutsche Premiere von) Monsters of Circumstances des Choreografen Xavier Le Roy sowie eine neu in Auftrag gegebene Performance von Saâdane Afif und Augustin Maurs, King Coal Laments / Musiques pour Tuyauterie präsentieren. Künstler*innenliste: Saâdane Afif, Karimah Ashadu, Yto Barrada, Taysir Batniji, Henri Becquerel, Marcel Broodthaers, Helen Chadwick, Hannah Darabi, Tacita Dean, Willie Doherty, Marcel Duchamp, Peter Fischli David Weiss, Mario García Torres, Nan Goldin, Paul Graham, Flaka Haliti, Richard Hamilton, Raoul Hausmann, Laura Henno, Pierre Huyghe, Bahman Jalali & Rana Javadi, On Kawara, Deana Lawson, Xavier Le Roy, Sherrie Levine, Tina Modotti, Santu Mofokeng, Jean-Luc Moulène, Ailbhe Ní Bhriain, Sigmar Polke, Emilio Prini, Walid Raad, Jo Ractliffe, Man Ray, Dieter Roth, Khadija Saye, Seher Shah, Alfred Stieglitz, Alina Szapocznikow, William Henry Fox Talbot, Paul Thek, Rosemarie Trockel, Hiromi Tsuchida, Yeh Shih-Chiang, Yeh Wei-Li, Akram ZaatariDescription
ABER ICH DIE WELT ICH SEHE DICH* / Im Rahmen der 9. Triennale der Photographie 2026
Ended 4 Oct 2026
Bridget Riley: Works from the 1960s and 1970s
Ended 10 Jul 2026
- Die Ausstellung FOR YOUR EYES ONLY. Miniaturen der Romantik widmet sich erstmals umfassend der facettenreichen Kunst der Miniaturmalerei in Hamburg von ihrer Blütezeit um 1800 bis zu den 1840er Jahren, als sie von den frühen Techniken der Fotografie abgelöst wurde. Das kleine Format der Bildnisminiatur – meist etwa 6 bis 10 cm – sowie die kunstvolle Fertigung mit Aquarell- und Gouachefarben auf hauchdünnen Elfenbeinplättchen, teils mit Silberfolie hinterlegt, fasziniert bis heute. Insgesamt werden über 250 Objekte präsentiert. Den Ausgangspunkt der Schau bilden Porträtminiaturen aus dem Bestand der Kunsthalle, die 2023–2024 konservatorisch und kunsttechnologisch erschlossen wurden: Erstmalig werden daraus rund 60 Miniaturen, zusammen mit ca. 200 Leihgaben aus europäischen Museen und Privatbesitz, teils ebenso erstmalig, zu sehen sein. Die in Rahmen, Broschen oder Etuis gefassten Kleinporträts zählten zu den persönlichsten und intimsten Bildnissen, die Menschen von sich malen ließen. Sie waren für nur ein weiteres paar Augen bestimmt, konnten – oftmals direkt am Herzen – getragen und jederzeit betrachtet werden. Die Bildnisse sollten die Erinnerung bei langer Trennung wachhalten oder Trost beim Verlust eines geliebten Menschen spenden. Porträtminiaturen waren um 1800 in Europa weit verbreitet. Sie wurden nicht nur für den Adel gefertigt, sondern waren auch beim aufstrebenden Bürgertum zunehmend beliebt – auch in Hamburg, das Ende des 18. Jahrhunderts einen wirtschaftlichen Aufbruch erlebte, der auch das künstlerische Schaffen beeinflusste: Private Sammlungen entstanden, der Kunstverein wurde gegründet, Ausstellungen, ein liberales Auktionsgesetz und neue Techniken wie die Daguerreotypie und die Lithografie trugen dazu bei, dass sich Hamburg zu einem bedeutenden Kunstzentrum entwickelte. International bekannte Miniaturisten wie Domenico Bossi oder Pierre-Louis Bouvier lebten und arbeiteten einige Zeit in der Hansestadt, die selbst herausragende Künstler*innen wie unter anderem Heinrich Jacob Aldenrath, Friedrich Carl Gröger sowie Ferdinand und Caroline Stelzner hervorbrachte.Description
For Your Eyes Only
Ended 7 Jun 2026
KUNST UM 1800 Eine Ausstellung über Ausstellungen
Ended 26 Apr 2026
- Ort 1. OG Galerie der Gegenwart Die Ausstellung Ho Tzu Nyen: Time & the Tiger ist die erste Überblicksausstellung, die dem Künstler Ho Tzu Nyen (*1976) und seiner vielseitigen künstlerischen Praxis gewidmet ist. Ho gilt als einer der innovativsten Künstler, die in den letzten zwanzig Jahren international hervorgetreten sind. Er schafft komplexe und fesselnde Videoinstallationen, die sich mit der in der Kultur Südostasiens verwurzelten Wirklichkeit, Geschichte und Fiktion auseinandersetzen. Als bildender Künstler, Schriftsteller, Theater- und Filmemacher hat Ho Tzu Nyen mit seinen Arbeiten die konventionellen Hierarchien in unserem Verständnis der Vergangenheit immer wieder in Frage gestellt. Seine immersiven Multimedia-Installationen stützen sich auf historische Ereignisse, Dokumentarfilme, Kunstgeschichte, Musikvideos und mythische Erzählungen und untersuchen so die Konstruktion von Geschichte, die Erzählung von Mythen, das Verstreichen der Zeit und die Vielfalt von Identitäten. Time & the Tiger zeichnet die Entwicklung von Ho's Werk anhand des Tigers und anderer sich wandelnder Figuren nach, die das Versprechen des Werdens und von Metamorphosen sowie Zeit als verkörperte und heterogene Erfahrung vermitteln. Ho arbeitet mit einer Vielzahl von Medien, um kritisch zu untersuchen, wie Geschichte, sei sie nun staatlich, kulturell oder persönlich, kontinuierlich imaginiert, verhandelt und aufgeführt wird. Ho kommentiert den kulturübergreifenden Charakter Südostasiens und greift dabei auf eine breite Palette von Themen zurück, von vorkolonialen und kolonialen Mythen über europäische Renaissance-Gemälde, modernistische Erzählungen und Geopolitik bis hin zu filmischen Darstellungen einer hybridisierten und instabilen Gegenwart. [LINK text='Mehr lesen' href='https://www.hamburger-kunsthalle.de/#Mehrlesen'] Vor mehr als einem Jahrzehnt initiierte Ho das Projekt The Critical Dictionary of Southeast Asia mit der Frage: » Was macht die Einheit Südostasiens aus, einer Region, die nie durch Sprache, Religion oder politische Strukturen geeint war? « Während diese Frage durch Ho's Ausbildung auf dem Gebiet der Südostasienwissenschaften entstand, verlagert er sie in den Bereich der Ästhetik und macht die Region seitdem zu einer generativen Matrix für viele Projekte, darunter die Videoinstallationen The Name; The Nameless (beide 2015); CDOSEA; One or Several Tigers (beide 2017); Hotel Aporia (2019) und zwei neue Arbeiten T for Time und T for Time: Timepieces (2023-fortlaufend), die vom Singapore Art Museum und dem Art Sonje Center Seoul in Zusammenarbeit mit dem M+ Hongkong und dem Museum of Contemporary Art Tokyo und der Sharjah Art Foundation in Auftrag gegeben wurden. One or Several Tigers verbindet die Techniken des Schattenspiels mit denen der digitalen Animation und stützt sich auf mehr als ein Jahrzehnt historischer Forschung. Im Mittelpunkt steht die Lithografie Interrupted Road Surveying in Singapore (um 1865-85) des deutschen Illustrators Heinrich Leutemann. Der Druck zeigt den Iren George Drumgoole Coleman, dem die Planung und der Bau des heutigen Singapur zugeschrieben wird, wie er bei Vermessungsarbeiten im Dschungel mit einer Gruppe von Gefangenen auf einen Tiger trifft. In Hos fantasievoller Neuinszenierung steht der Tiger für das koloniale Imaginäre, in dem die Arbeiter den Dschungel roden, um Platz zu schaffen für das, was heute ein Zentrum des globalen Kapitalismus und, wie der Künstler sagt, ein sogenannter „asiatischer Tigerstaat“ ist. Mit Hotel Aporia erkundet Ho die Geschichte Japans und seiner Veränderungen im Lauf des zwanzigsten Jahrhunderts: Es zeigt eine Reihe historischer Persönlichkeiten aus Japans Zwischenkriegszeit, darunter Kamikaze-Piloten des Zweiten Weltkriegs, Philosophen der Kyoto-Schule, den Filmemacher Yasujirō Ozu, den Mangaka und Zeichentrickregisseur Ryuichi Yokoyama, die alle in der berauschenden Mischung aus Japans militantem Nationalismus, Antimodernismus und kultureller Propaganda gefangen waren. Die Widersprüche zwischen den Überzeugungen und Handlungen der Figuren kommen so deutlich zum Vorschein, dass es unmöglich ist, sich auf das „Japan“ zu einigen, auf das sich einige beziehen und das sie idealisieren. Die Publikation enthält eine Auswahl vonDescription
HO TZU NYEN Time & the Tiger
Ended 12 Apr 2026