Berlin
Janinebeangallery
On now
- Die Begegnung älterer und neuer Arbeiten verändert den Blick auf beide Werkgruppen. Zwischen ihnen werden Kontinuitäten sichtbar, ebenso Verschiebungen und neue Freiheiten. Erinnerung und Gegenwart, Figuration und freie malerische Form, erzählerische Spuren und die Eigenständigkeit von Farbe stehen dabei in einem beweglichen Verhältnis zueinander. Gerade über den Abstand von rund zehn Jahren zeigt sich, wie Andrea Damp ihre malerischen Fragestellungen weiterentwickelt: Manche Motive treten zurück, andere gewinnen an Gewicht, und bestimmte Grundfragen kehren in veränderter Form wieder. GLIMMER macht diese Bewegung sichtbar. Die Ausstellung folgt dem Werk über verschiedene Zeiten hinweg und lässt erleben, wie sich Bilder verändern können, während bestimmte Empfindungen, Fragen und malerische Entscheidungen fortbestehen.Description
Andrea Damp · GLIMMER Sardanapal, 2015 / Tage aus
Until 17 Oct 2026

Coming soon
- Ein Fußball liegt auf dunklem Grund. Seine Oberfläche ist aufgerissen, Teile der äußeren Hülle fehlen, das Material wirkt spröde, abgeschabt, verbraucht. Der Ball ist so stark beschädigt, dass mit ihm nicht mehr gespielt werden kann. Und doch ist er sofort als das zu erkennen, was er ist. Kaum ein Gegenstand bündelt weltweit so viele persönliche und kollektive Erinnerungen wie der Fußball. Über Länder, Generationen und soziale Lebenswelten hinweg schafft er gemeinsame Erfahrungen, die weit über den Sport hinausreichen. Er gehört zum Alltag ebenso wie zum gesellschaftlichen Ritual, verbindet persönliche Biografien mit kollektiven Ereignissen und hat sich als Bild tief in unser kulturelles Gedächtnis eingeschrieben. In Tina Winkhaus’ Fußball von 2026 ruht der Ball. Die Bewegung ist vorüber, der Gebrauch bleibt sichtbar. Gemeinschaft und Spiel treffen auf Vergänglichkeit und die Spuren dessen, was stattgefunden hat. Mit den Worten "gelebt, geliebt" benennt Winkhaus die Beziehung vieler Menschen zum Fußball. Von diesem Bild aus öffnet sich die gedankliche Sphäre von HM4T 4 EVR. Schon der Titel trägt eine Spannung in sich. Die verkürzte, codierte Schreibweise trifft auf einen Begriff, der Dauer verspricht: Heimat forever. Zugleich entsteht Heimat aus Dingen, Menschen, Landschaften, Gewohnheiten und Erfahrungen, die sich verändern. Für Winkhaus ist Heimat eng mit kultureller Erfahrung verbunden. Geboren 1966 in Essen, studierte sie Fotografie in München, lebte mehrere Jahre in New York und London und seit 1999 in Berlin. Herkunft und der durch Ortswechsel entstandene Abstand stehen in ihrer Biografie nebeneinander. In HM4T 4 EVR nähert sie sich dem Thema über vertraute, teilweise stereotype Bilder und Gegenstände: Fußball, Wald, Jagd, Rehe, Schrebergärten und Tauben. Sie selbst bezeichnet diese Motive als "deutsche Attribute". Ihre Vertrautheit macht sie zu Sinnbildern und Klischees, zugleich tragen sie individuelle Erfahrungen und gesellschaftlich geteilte Vorstellungen in sich. Gerade diese Überlagerungen interessieren Winkhaus. Denn was vertraut erscheint, besitzt keine unveränderliche Bedeutung. Darin berührt HM4T 4 EVR eine Frage, die in der gegenwärtigen politisch polarisierten Situation besondere Dringlichkeit erhält. Wie lässt sich über Heimat, Herkunft und kulturelle Verbundenheit sprechen, ohne unmittelbar einer politischen Position zugeordnet zu werden? Winkhaus beschäftigt die Erfahrung, dass der Begriff Heimat zunehmend von politischen Kräften beansprucht und mit ausgrenzenden Vorstellungen verbunden wird. Die Ausstellung setzt dem einen offeneren Erfahrungsraum entgegen. Heimat kann Erinnerung, Sprache, Kultur und Landschaft umfassen, ebenso Veränderung, Widerspruch und historische Verantwortung. Der Wald führt diese Überlegungen in einen kulturellen Bildraum, der seit Jahrhunderten mit Vorstellungen von Herkunft und Identität verbunden ist. Er gehört seit Jahren zu Winkhaus’ Repertoire und besitzt zugleich eine besondere Stellung in der deutschen Kulturgeschichte. Romantik und Märchen, Natursehnsucht und Kindheit haben sich in ihm ebenso eingeschrieben wie Fremdheit, Prüfung und Gefahr. In The Boy with the Apple Banquet von 2014 bewegt sich ein Junge in einem weißen Umhang durch einen Wald. Rote Äpfel liegen hinter ihm auf dem Boden und bilden eine Spur. Die Szene erinnert an Hänsel und Gretel, doch an die Stelle der Brotkrumen treten Äpfel. Damit öffnet sich eine weitere Ebene. Der Apfel besitzt eine lange Kultur- und Bildgeschichte, die von Erkenntnis und Verlockung bis zu Märchen und alltäglicher Naturerfahrung reicht. Winkhaus lässt diese Assoziationen nebeneinander bestehen. Das Bild erinnert an bekannte Erzählungen, ohne sich auf eine von ihnen festlegen zu lassen. Auch Tiere durchziehen ihr Werk. In Red Deer von 2026 begegnen sich Vorstellungen von Natur und Jagd, Verletzlichkeit und Stärke. Der Hirsch trägt eine lange Geschichte kultureller Zuschreibungen mit sich: Naturbild und Jagdmotiv, Würde und Trophäe, romantische Vorstellung und populäres Bild. Winkhaus interessiert, welche dieser Vorstellungen wir noch immer mitsehen, wenn wir einem scheinbar vertrauten Motiv begegnen. Besonders deutlich wird die Veränderlichkeit solcher Zuschreibungen an der Taube. Einst wertvolles Zucht- und Statustier, Brieftaube, religiöses Symbol und Sinnbild des Friedens, gehört sie heute zum selbstverständlichen Alltag der Städte und vielerorts zu den am stärksten abgewerteten urbanen Tieren. Das Geschöpf hat sich kaum verändert; seine kulturelle Bewertung sehr wohl. An der Taube wird sichtbar, wie sehr Wahrnehmung von gesellschaftlichen Bedingungen geprägt wird. Was einmal kostbar war, kann gewöhnlich werden. Bewunderung kann in Geringschätzung umschlagen. Der Gegenstand bleibt und der Blick verändert sich. Ähnliche Spannungen tragen die anderen Motive von HM4T 4 EVR. Der Schrebergarten verbindet Vorstellungen von Rückzug, Ordnung und privater Idylle mit einer spezifischen Alltags- und Freizeitkultur. Der Wald ist Landschaft und kultureller Bildraum. Der Fußball bleibt Spielgerät und wird zugleich zum gemeinschaftlichen Ritual und globalen Phänomen. Gerade weil diese Dinge so selbstverständlich erscheinen, kann Winkhaus sie mit kleinen Verschiebungen wieder sichtbar machen. Dieses Prinzip findet eine Entsprechung in ihrer Arbeitsweise. Winkhaus’ digitale Arbeiten entstehen aus einem umfangreichen, selbst produzierten Bildmaterial. Für ihre Bildwelten fertigt sie unzählige Fotografien an. Figuren, Tiere, Pflanzen, Gegenstände, Räume und kleinste Details werden einzeln abgelichtet, freigestellt und digital zu einem Werk zusammengesetzt. Eine Szene, die geschlossen erscheint, besteht aus Fragmenten, die zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten aufgenommen wurden. Aus diesem Material entwickelt Winkhaus eine eigenständige Bildwirklichkeit. Sie ordnet die einzelnen Elemente neu, bestimmt ihre Beziehungen zueinander und gestaltet räumliche Verhältnisse, Licht und Atmosphäre innerhalb der Komposition. Die fertigen Arbeiten sind Digital Art. Begriffe wie Constructed Reality und Photographic Painting beschreiben die Verbindung von fotografischem Ausgangsmaterial und digitaler Bildkonstruktion. Winkhaus selbst verwendet dafür auch den Begriff Analog AI. Der Begriff Analog AI gewinnt in einer Gegenwart besondere Schärfe, in der generative künstliche Intelligenz innerhalb weniger Augenblicke Bilder hervorbringen kann, die nie fotografiert wurden. Auch Winkhaus konstruiert Szenen, die in dieser Form nie existiert haben. Jedes Detail geht dabei auf eine konkrete Aufnahme und eine künstlerische Entscheidung zurück. Erfahrung, Intuition, Erinnerung und ein über Jahre aufgebautes persönliches Bildarchiv prägen diese Arbeiten. Gerade an diesem Punkt greifen Verfahren und Thema von HM4T 4 EVR ineinander. Denn auch Erinnerung setzt sich aus Fragmenten zusammen. Einzelne Situationen bleiben präzise, andere verlieren ihre Konturen. Eigene Erfahrungen verbinden sich mit Erzählungen, überlieferten Bildern und Vorstellungen, die wir aus Kunst, Film, Literatur oder Alltag übernommen haben. Was wir erinnern, wird aus der Gegenwart heraus immer wieder neu zusammengesetzt. Auch Heimat lässt sich als eine solche Schichtung verstehen. Sie entsteht aus realen Orten und Menschen, aus Sprache, Gewohnheiten und persönlichen Erfahrungen, zugleich aus Bildern und kulturellen Erzählungen. Ein Fußball kann darin ebenso Bedeutung gewinnen wie ein Wald, ein Garten oder ein Tier. Die einzelnen Elemente besitzen unterschiedliche Gewichte, verändern sich im Laufe eines Lebens und können dennoch gemeinsam ein Gefühl von Zugehörigkeit hervorbringen. In dieser Hinsicht korrespondiert die Konstruktion von Winkhaus’ Bildwelten mit dem Gegenstand ihrer Ausstellung. Aus vielen einzelnen Fragmenten entsteht eine Wirklichkeit, die vorher in dieser Form nicht existierte und uns dennoch vertraut erscheinen kann. Heimat wird dabei weniger als feststehendes Bild sichtbar denn als etwas, das sich fortwährend aus Erfahrung, Erinnerung und kultureller Überlieferung zusammensetzt. Am Ende führt dieser Gedanke zurück zum Fußball. Seine Oberfläche ist beschädigt, seine ursprüngliche Funktion verloren. Trotzdem bleibt seine Form erkennbar. Was mit ihm geschehen ist, lässt sich nicht rückgängig machen und gehört nun zu seinem Erscheinungsbild. Vielleicht liegt gerade darin eine der präzisesten Vorstellungen von Heimat, die HM4T 4 EVR entwickelt: Ihre Bedeutung hängt nicht von Unversehrtheit oder Stillstand ab. Sie kann Geschichte und Veränderung in sich tragen und dennoch Verbundenheit erzeugen. Gelebt, geliebt.Description
Tina Winkhaus / HM4T 4 EVR
23 Oct 2026 – 6 Feb 2027

Recent past exhibitions
- Hunters at Dawn entfaltet sich über vier Leinwände an einer Schwelle zwischen Nacht und Tag, Traum und Wirklichkeit. Ein heller Birkenwald bildet den Schauplatz. Türkis, intensive Grüntöne und ein fast künstlich wirkendes Neonpink lösen die Landschaft aus einer rein naturalistischen Wahrnehmung und versetzen sie in einen Zustand zwischen Vertrautheit und Irritation. Im Zentrum stehen zwei Mädchen mit Hasenmasken. Ihre weißen Kleider und die Tiermasken verleihen ihnen zunächst etwas Märchenhaftes, beinahe Spielerisches. Erst bei längerem Hinsehen wird ein kleiner Hase sichtbar, der an einer Schnur hängt. Mit diesem Detail verändert sich die psychologische Temperatur des Bildes. Unter der leuchtenden Oberfläche treten Verletzlichkeit, Kontrolle und Gewalt hervor. Gerade diese Verschiebung ist charakteristisch für Marie Louise Elshouts Bildwelt. Märchen, Mythologie, Folklore und Aberglaube dienen ihr als kulturelle Erinnerungsspeicher: vertraute Bilder, in denen über Generationen Erfahrungen von Angst, Macht, Verwandlung, Fürsorge und Bedrohung weitergegeben wurden. In Hunters at Dawn erscheinen diese Motive in einer gegenwärtigen Bildsprache, deren Bedeutung bewusst in Bewegung bleibt. Die Mädchen mit den Hasenmasken verkörpern dabei eine für Elshouts Werk zentrale Ambivalenz zwischen menschlicher und tierischer Identität. Die Maske verwandelt, schützt und verbirgt zugleich. Sie lässt die Grenze zwischen Mensch und Tier durchlässig werden und öffnet einen Raum, in dem Rollen und Machtverhältnisse weniger eindeutig erscheinen, als es der erste Blick vermuten lässt. Kunsthistorisch berührt diese Bildwelt eine lange Tradition des Fantastischen und Unheimlichen. Von Hieronymus Bosch und Francisco de Goya über den Symbolismus bis zu Paula Regos psychologisch aufgeladenen Bildräumen serveden Märchen, hybride Wesen und vertraute Erzählmotive immer wieder dazu, menschliche Zustände sichtbar zu machen, für die eine rein realistische Darstellung kaum ausreicht. Elshout greift diese Tradition weder illustrativ noch zitierend auf. Ihre Arbeiten entwickeln daraus eine eigene zeitgenössische Symbolsprache, in der das Märchen als kulturelles Gedächtnis weiterwirkt. Auch der Wald gewinnt darin eine besondere Funktion. Er ist Schauplatz und psychologischer Raum zugleich. Das beinahe fluoreszierende Pink, das sich über den Waldboden zieht, intensiviert diese Ambivalenz. Für Marie Louise Elshout verweist es auf die künstliche Welt, die der Mensch geschaffen hat. Innerhalb der natürlichen Umgebung wird die Farbe so zum Zeichen einer gegenwärtigen ökologischen Verschiebung: faszinierend in ihrer Leuchtkraft und zugleich irritierend in ihrer Künstlichkeit. Diese Spannung zwischen Natur und menschlichem Eingriff setzt sich bereits materiell im Werk fort. Bleistift und Kohle treffen auf Acryl und Öl; reale Blätter werden Bestandteil der Bildoberfläche. Zeichnung und Malerei bleiben sichtbar miteinander verschränkt. Die Natur erscheint damit zugleich als Bildmotiv und als tatsächliches Material. Aus der Distanz entfaltet sich Hunters at Dawn als rund 4,5 Meter breite Waldlandschaft. Aus der Nähe lösen sich ihre Motive in Linien, Farbschichten, Spuren und Details auf. Diese unterschiedliche Wahrnehmung gehört wesentlich zum Werk: Bedeutung entsteht allmählich und verändert sich mit der Dauer des Sehens. So bewahrt Hunters at Dawn jene Offenheit, die Marie Louise Elshouts Arbeiten auszeichnet. Schönheit und Unbehagen, Vertrautheit und Fremdheit, Natur und Künstlichkeit bleiben miteinander verbunden. Das Bild bietet keine abschließende Auflösung. Es führt vielmehr in eine Zone, in der das Märchenhafte seine alte psychologische Kraft behält und zugleich sehr gegenwärtige Fragen nach unserem Verhältnis zur Natur, zu Macht und Verletzlichkeit berührt.Description
Marie Louise Elshout · Hunters at Dawn BIG ART Rot
Ended 13 Sept 2026
- Max Giermann ist einem breiten Publikum als Schauspieler bekannt. Über viele Jahre hinweg prägte er mit seinen Rollen Fernsehen, Bühne und Film. Parallel zu dieser öffentlichen Karriere entwickelte sich eine eigenständige künstlerische Praxis: die Malerei. Diese Praxis ist kein neues Experiment, sondern begleitet Giermann seit früher Kindheit als kontinuierliche Form des Ausdrucks. Seit 2024 stellt Max Giermann seine Malerei öffentlich aus: Nach einer Einzelausstellung im Kunstverein Ulm e.V., folgte 2025 eine Einzelausstellung in der Galerie Holger John in Dresden. Aufbauend darauf führt die Ausstellung "Figuring Out" (17. April – 13. Juni 2026) sein bildnerisches Schaffen erstmals in der janinebeangallery in Berlin zusammen und markiert den nächsten konsequenten Schritt in die Präsentation seines künstlerischen Werks. Giermanns Malerei entsteht aus einem bildnerischen Prozess, der zeitlich weit vor seiner Bekanntheit als Schauspieler ansetzt und bewusst unabhängig von eindeutigen Zuschreibungen bleibt. Zwar ist sein Name aus einem anderen Kontext vertraut, doch die Gemälde folgen einer eigenen inneren Logik und behaupten sich jenseits biografischer Lesarten. Zeichnen und bildnerisches Arbeiten waren für Max Giermann (geb. 1975) bereits in Kindheit und Jugend zentrale Ausdrucksformen. Früh entwickelte er ein ausgeprägtes Interesse an Figuren, Körpern und Gesichtern – weniger im Sinne eines Abbilds als vielmehr als Mittel zur Manifestation innerer Zustände. Auch wenn die Malerei für ihn heute einen neuen Schwerpunkt markiert, ist ihm der bildnerische Schaffensprozess als solcher seit jeher vertraut. Parallel zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen blieb die Malerei über die Jahre hinweg eine konstante, persönliche Schaffenssphäre. Die langjährige Unabhängigkeit von institutionellen Erwartungen und marktbezogenen Vorgaben prägte den offenen, freien Charakter seiner Werke. In den ausgestellten Gemälden verdichtet sich diese Haltung zu einer Malerei, die sich nicht über Wiedererkennbarkeit oder erzählerische Eindeutigkeit definiert. Die Bilder zeigen Figuren, Köpfe und Körperfragmente, ohne sich auf klassische Porträtdarstellungen oder einfache psychologische Zuschreibungen festzulegen. Entscheidend ist der Moment der Setzung als das Auftauchen einer Figur im Bild, die sich im Prozess formt und zugleich offen bleibt. Die Arbeiten entstehen direkt und prozesshaft, mit sichtbaren Übermalungen, Brüchen und Korrekturen. Linien werden gesetzt und neu geführt, Farbflächen überschreiben einander, Konturen bleiben bewusst in Bewegung. Die Acrylfarbe wird nicht bloß glatt aufgetragen, sondern körperlich eingesetzt: gestrichen, gezogen, verschmiert, teilweise tropfend. Ein wiederkehrender Schwerpunkt liegt auf dem Gesicht. Augen erscheinen übergroß oder asymmetrisch, Münder leicht verschoben, Köpfe frontal oder minimal gekippt in den Bildraum gesetzt. Der Hintergrund fungiert dabei weniger als klassischer Raum denn als spannungsvolle Fläche, die Figur und Bildträger miteinander verbindet. Charakteristisch für Giermanns Malerei ist die Balance zwischen Kontrolle und Offenheit. Kunsthistorische Referenzen von expressionistischen Positionen bis zur gestischen Malerei des 20. Jahrhunderts sind spürbar, werden jedoch nicht zitiert, sondern durch einen persönlichen Duktus weitergeführt. Oder wie Giermann es formuliert: "Die Kunstgeschichte ist wie ein Requisitenfundus, aus dem man sich angstfrei und spielerisch bedienen darf." Im Zentrum dieser Arbeiten steht zunehmend die Frage nach Identität. Weniger als festes Narrativ, sondern als offener Zustand: Identität erscheint bei Giermann als etwas, das sich im malerischen Prozess formt, infrage stellt und wieder auflöst. Die Bilder behaupten keine eindeutigen Rollen, keine Masken und keine abgeschlossenen Figuren. Vielmehr sind sie Verdichtungen eines Zustands, in dem Wahrnehmung, Projektion und malerische Entscheidung ineinandergreifen. Die Malerei wird so zu einem Ort der Erfahrung, an dem Bildfindung nicht Illustration ist, sondern ein offener Prozess. Die Gemälde und Papierarbeiten sind keine Kommentare, sondern autonome Setzungen und damit eigenständig, widersprüchlich und bewusst offen für unterschiedliche Lesarten.Description
Figuring Out - Max Giermann
Ended 13 Jun 2026
- Mit "Crowds" präsentiert die janinebeangallery Berlin eine konzentrierte Auswahl fotografischer Arbeiten von Nick Zinner. Gezeigt werden ausschließlich Fotografien aus den Jahren 2003 und 2004, einer prägenden Phase sowohl innerhalb von Zinners künstlerischer Entwicklung als auch im Kontext der internationalen Musik- und Clubkultur der frühen 2000er Jahre. Zusätzlich zu den großformatigen Ausstellungsabzügen erscheint eine exklusive Galerieedition : "Berlin, 2004" – Fine Art Print, Auflage von 150 Exemplaren, signiert und nummeriert. Weitere Details folgen in Kürze.Description
Crowds – fotografische Arbeiten von Nick Zinner
Ended 11 Apr 2026
- Florian Fausch wurde in der Schweiz geboren, studierte Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf und lebt und arbeitet heute in Düsseldorf. Seine Malerei entsteht als Verdichtung von Eindrücken zu einer subvisuellen Architektur. Offene Bildfelder, Schichtungen, Abschabungen und Überlagerungen erzeugen Räume mit zeitlicher Tiefe, in denen Erinnerung und Neuanfang ineinandergreifen. Fauschs Arbeiten laden zu einer vielschichtigen Wahrnehmung ein und entfalten eine Bildordnung, die bewusst in Bewegung bleibt. Licht fungiert dabei nicht als reine Beleuchtung, sondern als Resonanz zwischen Oberfläche und Tiefe sowie zwischen urbaner Energie und innerem Erleben.Description
3 X Farbe
Ended 7 Mar 2026