Art Exhibitions

by Art Now Database

München

Max Goelitz

On now

  • Mit addresses without names führt Ju Young Kim ihre Auseinandersetzung mit Übergangszuständen, Mobilität und Zugehörigkeit fort und richtet den Blick dabei verstärkt auf die intime und körperliche Erfahrung temporärer Räume. Die Innenräume von Flugzeugen und Zügen, Wartesäle, Hotels und Wohnungen bieten für eine begrenzte Zeit einen Ort des Aufenthalts, ohne dauerhaft zum Bezugspunkt zu werden. Kim interessiert sich für die Vertrautheit solcher Innenräume, die wesentlich durch ihre Gestaltung geprägt ist. Sitzbezüge oder Vorhänge können unmittelbar bekannt wirken, ohne mit einer bestimmten Erinnerung verbunden zu sein. Sie beschreibt diesen Zustand als "anonymous familiarity", als das Wiedererkennen von etwas, dessen Ursprung sich nicht mehr eindeutig bestimmen lässt. Neben Arbeiten aus der Serie AEROPLASTICS entwickelt Kim für ihre erste Einzelausstellung in der Galerie in München eine Gruppe von Glasarbeiten, die auf textilen Strukturen und Motiven aus öffentlichen Verkehrsmitteln und häuslichen Umgebungen basiert. Polsterstoffe und Spitzendecken tragen dabei unterschiedliche Erinnerungsräume in sich und verbinden kollektive mit persönlichen Erfahrungen. Ein Muster kann so an das Interieur eines Zugs wie auch an eine Decke aus der Kindheit erinnern. Indem Kim diese weichen Oberflächen in Glas überträgt, übersetzt sie deren Materialität in etwas Festes und Fragiles, bewahrt dabei jedoch eine Vorstellung von Berührung und körperlicher Nähe. In addresses without names wird der Zustand des Transits nicht nur als räumliche Bewegung, sondern zunehmend als körperliche und emotionale Erfahrung lesbar. Erinnerung entsteht dabei durch materielle Eindrücke und Empfindungen, die bleiben, auch wenn der jeweilige Ort längst verlassen wurde. Kim begreift Zuhause weniger als feste Adresse denn als etwas, das sich aus solchen Fragmenten immer wieder neu zusammensetzt. Als ein vorübergehendes Gefühl von Vertrautheit, das von einem Ort zum nächsten mitgetragen wird.
    Description

    Addresses without names

    Until 31 Oct 2026

    Addresses without names at Max Goelitz, München
Recent past exhibitions
  • In der Ausstellung dekohärenz – nelle vene del mondo entfaltet [LINK text='Jürgen Partenheimer' href='https://www.maxgoelitz.com/artists/39-jurgen-partenheimer/'] ein offenes System zwischen lyrischen Bildräumen und Denkräumen der Wissenschaft. Der Titel verbindet in künstlerischer Interpretation theoretische Erkenntnisse der Quantenphysik mit poetischer Weltwahrnehmung. Der physikalische Begriff der Dekohärenz beschreibt die dynamische Korrelation zwischen Objekt und Umgebung als unbestimmte Wechselwirkung, durch die sich neue Zusammenhänge eröffnen. Die Gedichtzeile von Eugenio Montale "nelle vene del mondo" (ital. "in den Adern der Welt") verweist auf die poetische Vorstellung einer zugleich gerichteten wie offenen Bewegung natürlicher Kräfte, die die Welt durchdringen. Analytische Erkenntnis und lyrische Empfindung erscheinen im Werk, das die Wahrnehmung als offenen Prozess begreift, als Träger einer abstrakten Ordnung. Die Ausstellung versammelt Werke aus verschiedenen Entstehungszeiten (von 1985 bis 2026), die in offener Korrelation zueinander stehen. In ihrer Gegenüberstellung entsteht ein Spannungsfeld, vergleichbar mit dem Begriff der Dekohärenz als produktivem aber unbestimmten Zustand: als Möglichkeit, Bedeutung immer wieder neu auszurichten.
    Description

    Dekohärenz in den Venen des Mondes

    Ended 25 Apr 2026

  • In core untersuchen [LINK text='Kristina Nagel' href='https://www.maxgoelitz.com/artists/85-kristina-nagel/'] und [LINK text='Marie Matusz' href='https://www.maxgoelitz.com/artists/84-marie-matusz/'], wie Wahrnehmung strukturiert, gesteuert und verschoben wird und wie das Sichtbare als dynamisches, veränderliches Gefüge entsteht. Beide Positionen machen in der Ausstellung die Instabilität von Repräsentation erfahrbar und zeigen, wie Bild, Material und Raum Bedingungen erzeugen, die das Sehen prägen. In ihren Fotografien erforscht Kristina Nagel (Frankfurt am Main, DE), wie Wahrnehmung durch Strategien, Codes und Setzungen geprägt wird und wie diese durch Material und Form verschoben werden können. Durch Abstraktion, Nähe und Entfremdung hinterfragt sie Mechanismen der Repräsentation und verdeutlicht, wie die Limitation von Informationen unsere Sehgewohnheiten hinterfragt und Erkennungsmuster destabilisiert. In der gezeigten Werkserie tritt Leder als Fläche und Textur in den Vordergrund und funktioniert operativ, nicht ikonisch. Objekte und Körper werden zu formalen Elementen und Strukturen, die Linien, Volumen und Perspektive markieren. Marie Matusz (Toulouse, FR) richtet den Blick auf den Raum als gestaltendes Element von Sichtbarkeit. Ihre Vitrinen und räumlichen Module erzeugen eine choreografische Ordnung, in der Volumen, Blickachsen und perspektivische Bezüge die Wahrnehmung leiten und die Bedingungen sichtbar machen, unter denen das Sehen strukturiert wird. Innen und Außen, Nähe und Distanz, Position und Perspektive werden so zu Fragen, die über den formalen Gehalt der Arbeiten hinausweisen und verdeutlichen, wie kulturelle, institutionelle und architektonische Setzungen unser Sehen prägen und strukturieren. Die Gegenüberstellung von Nagels Bildsystemen und Matusz’ räumlicher Setzung zeigt, dass Wahrnehmung kein passiver Akt ist. Sie entsteht relational und konstruiert: das, was wir als Identität, Nähe oder Präsenz erfahren, wird durch die von den Künstler:innen gesetzten Bedingungen geformt, die Sichtbarkeit und die Blickführung organisiert. Die Ausstellung core macht deutlich, wie stark unser Sehen von Material, Bild- und Raumregimen geprägt ist.
    Description

    core

    Ended 11 Apr 2026

  • Mit objects in mirror are closer than they appear präsentiert max goelitz in Berlin und München eine zweiteilige Gruppenausstellung, die Variationen, Verschiebungen und Rückkoppelungen als formales und konzeptuelles Prinzip untersuchen. Die Werke entstehen aus Prozessen der Reflexion, Übersetzung und Wiederholung – als Schleifen, in denen sich Wahrnehmung, Bewusstsein und Material gegenseitig verändern. Der Titel ist der bekannten Warnung auf Rückspiegeln entlehnt, die uns daran erinnert, dass Wahrnehmung und Wirklichkeit nicht immer übereinstimmen. Das Zitat wird hier zum Sinnbild für die Flüchtigkeit des Sichtbaren, in dem Material, Bedeutung und Medium ineinander übergehen und, in dem Beobachtung selbst zu einem Prozess der Veränderung wird. Positionen aus den 60er und 70er Jahren, die für die Entwicklung der Process-Art prägend waren und zeitgenössische Perspektiven treten in einen offenen Dialog über Veränderlichkeit und Autonomie des Werkes. Gary Kuehn und Michael Venezia repräsentieren eine Generation, die die Sprache der Abstraktion radikal befragt und erweitert hat – zwischen formaler Strenge und prozessualer Offenheit. Ihnen gegenüber stehen die jüngeren Künstler:innen Lou Jaworski, Sophronia Cook, Dorota Gawęda & Eglė Kulbokaitė und Nicolás Lamas. Ihre Arbeiten verschränken Material, Körper, Sprache und Technologie und eröffnen neue Felder zwischen physischer Präsenz und digitaler Projektion. Die Ausstellungen verbindet eine gemeinsame Ausstellungsarchitektur aus Edelstahlpaneelen, in denen sich Licht, Bewegung, Farbe und Raum brechen und leicht spiegeln. In diesen Reflexionsräumen verhandeln die Künstler:innen den kontinuierlichen Prozess der Verschiebung von Wahrnehmung und Bedeutung. In den Werken überlagern sich Gesten, Narrative und Zeitlichkeit und deren Duplikationen und Verformungen. Dabei öffnen sich vielschichtige Bezüge zwischen Körper, Material und Raum. Zwischen Generationen und Medien zeigen sich so zwei Ausstellungen, in denen historische Ansätze des Prozesses und der Reduktion auf heutige Strategien der Entgrenzung, hybrider Materialität und digitaler Wandelbarkeit treffen.
    Description

    Objects in mirror are closer than they appear

    Ended 7 Feb 2026