Köln
Museum of East Asian Art
On now
- Im Eingangsbereich des Museum für Ostasiatische Kunst in Köln begegnen sich vom 23. April bis 25. Oktober 2026 Architektur, Natur und zeitgenössische Keramik. 99 handgefertigte Schalen der international renommierten Keramikerin Young-Jae Lee (*1961) suchen den Dialog mit ihrem Umfeld und gehen mit diesem eine wechselseitige Resonanz ein. Die Installation lädt die Besuchenden ein, die Hektik der Alltagswelt zu verlassen und in den entschleunigten Raum des Museums hineinzutreten. Die kleinformatigen, in ihrer Form reduzierten sowie Farbgebung subtil nuancierten Gefäße verkörpern in der Gesamtheit mehr als ein vermeintlich uniformes Ensemble: Beim genauen Betrachten offenbart sich jede Struktur des Tons, jeder Farbverlauf der Glasur anders und einzigartig.Description
99 Schalen – ein Kosmos
Until 25 Oct 2026

- Die Schrift und ihr künstlerischer Ausdruck, die Kalligrafie (kor. seoye ) spielen in der koreanischen Kunst eine große Rolle. Die chinesische Schrift mit ihren ideo- und piktografischen Zeichen (kor. hanja ), wurde in Korea bereits im 1. Jahrhundert übernommen. Ab dem 15. Jahrhundert kommt die im Auftrag König Sejongs (r. 1418–1450) erfundene Lautschrift (kor. hangeul ) hinzu. Die verschieden geformten Striche dieser beiden Schriftarten werden traditionell mit Pinsel und Tusche geschrieben. Auch die Malerei wird mit denselben Medien und der Kalligraphie ähnlichen Pinselstrichen ausgeführt. Schriftkunst findet sich auch auf kunsthandwerklichen Objekten. Dekore sind von der Ästhetik der Kalligraphie mit ihren modulierenden Strichen und Linien inspiriert. Um den Einfluss und die Bedeutung der Kalligrafie zu verdeutlichen, kontrastiert die Ausstellung Werke der zeitgenössischen Schriftkunst und der traditionellen aber auch der modernen Malerei mit Beispielen von Keramiken und Bronzen der Goryeo-Periode (918–1392), einer kulturellen Blütezeit der koreanischen Kultur.Description
Über die "Linie"
Until 26 Oct 2026

- Die mythologische Bedeutung des Pferdes illustrieren skulpturale Grabbeigaben für das Leben im Jenseits sowie Darstellungen, in denen es Gottheiten und Menschen auf übernatürlichen Himmelsreisen begleitet. Die Verwendung von Pferden im Militär machte den Besitz starker Pferde seit der Frühzeit zur Voraussetzung für die erfolgreiche Verteidigung des Staates und Eroberungszüge. Dies wird durch Schlachtenszenen sowie Generals- und Beamtenporträts veranschaulicht. Die Kunst der Tang-Dynastie (617–907) bezeugt eindrucksvoll die Bedeutung des Pferdes als wichtige Handelsware der Seidenstraße und als Tributgeschenk zwischen dem chinesischen Kaiserhof und den nördlichen Steppenvölkern. Über seine militärische und ökonomische Nutzung hinaus wurde das Pferd unerlässlich für die Jagd, was sich vor allem in der Kunst der Qing-Dynastie (1644–1912) widerspiegelt. In der japanischen und koreanischen Malerei begegnet man dem Pferd vor allem als Begleiter von Samurais, Gelehrten und Reisenden. Seit der Meiji-Zeit (1868–1912) wird es auf profanen Holzschnitten abgebildet, beispielsweise auf einer Pferderennbahn, sowie als Ornament kunsthandwerklicher Objekte. Kunstvoll gefertigte Reitaccessoires, wie Sattel, Steigbügel und Zaumzeug veranschaulichen seine Rolle als Macht- und Statussymbol der Oberschichten.Description
Zum Mondjahr des Pferdes
Until 31 Oct 2026

- Klassisch gebildet zeigte sich Goepper bereits in jungen Jahren kunstaffin und technisch begabt, interessierte sich besonders für Bühnen-, Zeichen- und Töpferkunst. Sein Studium der Kunstgeschichte, Sinologie und Japanologie sowie des Sanskrit und Tibetischen an der Ludwig-Maximilians-Universität München erfolgte bei Größen wie Max Loehr (1903–88), Herbert Franke (1914–2011) und Horst Hammitzsch (1909–91). Seine Dissertation T‘ang-tai: Ein Hofmaler der Ch‘ing-Zeit reihte ihn in die Tradition früher westlicher Forschungen zu chinesischer Kunst ein. In der Tat prägte Goepper den euro-amerikanischen Diskurs der damals wenig bekannten Ostasiatischen Kunstgeschichte wie kaum ein anderer im 20. Jahrhundert. Ein praxis- und objektnaher Blick kennzeichnete Goeppers lebenslange Auseinandersetzung mit den Gattungen, Epochen und Regionen von Kunst und Kunsthandwerk aus China, Japan und Korea. Die Wirkungsbereiche des Universalgelehrten waren vielschichtig: als Akademiker, Kurator, Museumsdirektor, Hochschullehrer, Übersetzer, interkultureller Botschafter. In einer Kurzbiografie sind wichtigste Ausstellungsprojekte, Neuerwerbungen, Publikationen und Auszeichnungen, die den beruflichen Werdegang Goeppers zeichneten, beleuchtet. Naturgemäß ist die Jubiläumsschau fragmentarisch. Vielmehr stehen die 25 Exponate stellvertretend für die 25 Jahre der Amtszeit am MOK: Hierbei deckt jedes Objekt jeweils eines der Jahre ab – ob in Form eines Ausstellungsplakates oder Ankaufs, einer Installationsansicht oder Schenkung. Die Auswahl kristallisiert die umfassenden Sammlungsinteressen des Direktors – von vorkaiserlichen Orakelknochen aus China und Silla-zeitlicher Keramik aus Korea über tibetische Kunst und den Shingon-Buddhismus bis hin zu moderner und zeitgenössischer Malerei, Kalligrafie und Lackkunst aus Japan. Auch persönliche Weggefährten und institutionelle Partnerschaften und damit verbundene Erwerbshistorien werden aufgezeigt. Nicht zuletzt spiegelt die Schau das MOK als Kölner Ausstellungsort, dessen Interimszeit 1945–77 eine Stadtgeschichte mit Stationen unter anderem im Overstolzenhaus, in der Hahnentorburg sowie Josef-Haubrich-Kunsthalle schrieb. Ein Film dokumentiert zudem die Jahre 1966–90 fotografisch. Die Bildkollage untermalt eine Audio-Aufzeichnung der Abschiedsrede Goeppers zu seinem Ausscheiden aus dem Amt im März 1990. Als Titelgeber der Jubiläumspräsentation dient also sein darin kühn ausgesprochenes Abschluss-Statement – "Le directeur est mort! Vive le directeur!". Die Präsentation wird kuratiert von Shao-Lan Hertel.Description
Le directeur est mort! Vive le directeur!
Until 31 Dec 2026

- Die Herstellung kunsthandwerklicher Schnitzlackarbeiten etablierte sich in der Song-Dynastie (960–1279) und entwickelte sich zu einer hochkomplexen Technik von beeindruckender Präzision. Dutzende hauchdünn aufgetragene Einzelschichten werden über Wochen hinweg getrocknet und in präzisen Schnitten reliefartig gestaltet. Durch verschiedenfarbige mit Mineralpigmenten eingefärbte Schichten werden dabei fein abgestimmte Kontraste und Konturen erzeugt. Charakteristisch ist das leuchtende Zinnoberrot, das bis heute als Inbegriff chinesischer Schnitzlacke gilt, aber auch im Bereich der Schwarzlacke und Perlmuttintarsien entstanden herausragende künstlerische Arbeiten. Die filigranen Dekore der Schnitzlacke beziehen sich meist auf Mythen und Symbole des Daoismus und Buddhismus sowie auf die Vogel- und Blumenwelt.Description
Schichten und Schnitte
Until 31 Jan 2027

Recent past exhibitions
- Glanzlichter der Ausstellung sind die seltenen kaiserlichen Porzellane der frühen Ming-Zeit mit ihren exquisiten Dekoren und intensiven Blautönen aus importiertem Kobalt, die den freihändiger gemalten "Volkswaren" für den einheimischen Markt gegenübergestellt werden. Ein umfangreiches Scherbenkonvolut, das 1977 von Archäologen auf der iranischen Insel Hormus geborgen wurde und eine Zeitspanne von 300 Jahren abdeckt, veranschaulicht den Rang des blau-weißen chinesischen Porzellans aus Jingdezhen als erste globale Handelsmarke. Glanzlichter der Ausstellung sind die seltenen kaiserlichen Porzellane der frühen Ming-Zeit mit ihren exquisiten Dekoren und intensiven Blautönen aus importiertem Kobalt, die den freihändiger gemalten "Volkswaren" für den einheimischen Markt gegenübergestellt werden. Ein umfangreiches Scherbenkonvolut, das 1977 von Archäologen auf der iranischen Insel Hormus geborgen wurde und eine Zeitspanne von 300 Jahren abdeckt, veranschaulicht den Rang des blau-weißen chinesischen Porzellans aus Jingdezhen als erste globale Handelsmarke.Description
Mythos Ming
Ended 12 Apr 2026