Art Exhibitions

by Art Now Database

Frankfurt am Main

Portikus

On now

  • Etwas in Worte zu fassen, bedeutet schon seine Grenzen zu ziehen, es durch linguistische und technische Systeme greifbar zu machen. My Skeleton entfaltet sich aus dem Begehren, Kunstwerk, Betrachter*in, Ort sowie Innen und Außen unmittelbar miteinander in Beziehung zu setzen – indem Grenzen aufgelöst, Schwellen überschritten oder Vorstellungen vorgegebener Trennungen hinter sich gelassen werden.
    Description

    Kobby Adi. My Skeleton

    Until 3 Jan 2027

    Kobby Adi. My Skeleton at Portikus, Frankfurt am Main
Recent past exhibitions
  • Entlang der Bruchlinien Zentralasiens verweben Saodat Ismailovas Filme und Installationen Rituale, Mythen und Träume mit den Texturen des Alltags. Mit When the Water Turns to Wind setzt sie ihre langjährige Auseinandersetzung mit der komplexen Geschichte und Kultur der Region, den politischen und sozialen Umbrüchen nach dem Zerfall der Sowjetunion und den ökologischen Herausforderungen der Gegenwart fort. Zentral ist dabei das Motiv der Abwesenheit: Wissen, das durch historische Zäsuren verloren ging, ausgetrocknete Gewässer oder ausgestorbene Arten. Für Ismailova prägt das Verschwundene weiterhin das kulturelle Gedächtnis und die kollektive Vorstellungskraft Turkestans – jener weitläufigen Region, die sich einst vom Kaspischen Meer bis zur Wüste Gobi erstreckte und vielfältige Kulturen, Sprachen und Religionen verband. Die Auseinandersetzung mit Verlust und Erinnerung verdichtet sich in Ismailovas neu entwickelter Installation When the Water Turns to Wind, die vom langsamen Verschwinden des Aralsees erzählt. Einst einer der größten Binnenseen der Erde, zerfiel der Aralsee infolge jahrzehntelanger Austrocknung in mehrere separate Wasserflächen – eine der gravierendsten vom Menschen verursachten Umweltkatastrophen des 20. Jahrhunderts. In ihrer spezifisch für den Portikus entwickelten Filminstallation folgt Ismailovas Kamera den Konturen des Aralsees. Sie erkundet Landschaften, in denen einst Wasser das Leben bestimmte und heute Sand, Salz und harsche Winde dominieren. Weniger als eine dokumentarische Bestandsaufnahme zielt die Arbeit darauf, Transformation und Verschwinden sinnlich erfahrbar zu machen, als Ausdruck eines tiefgreifenden ökologischen und kulturellen Wandels. Gemeinsam mit dem Komponisten und Soundkünstler Marc Parazon hat Ismailova eine begleitende akustische Landschaft entworfen, die Field Recordings und eigens komponiertem Sound vereint. Von konkreten lokalen Erfahrungen ausgehend öffnet die Arbeit einen größeren politischen und ökologischen Bezugsrahmen. Sie verweist auf eine extraktivistische Wasserwirtschaft im Kontext der lokalen Baumwollindustrie, die eng mit sowjetischen und russisch-imperialen Entwicklungsprojekten verbunden ist. Indem sie historische Spuren und transnationale Verflechtungen freilegt, entwirft Ismailova eine imaginative Vergegenwärtigung des Terrains. Die fließenden Bilder tasten zentralasiatische Landschaften ab, geprägt von Traditionen und Mythen ebenso wie von Grenzverschiebungen, Migration und imperialen Kräften. Dabei widersetzt sich Ismailovas Arbeit sowohl imperial gezogenen Trennungen als auch den nationalen Territorialgrenzen des postsowjetischen Zentralasiens und betont ein durch Geschichte und Erfahrung verbundenes Gebiet.
    Description

    Saodat Ismailova When the Water Turns to Wind

    Ended 10 May 2026

  • Little Castles entfaltet sich wie ein Album aus Verschiebungen und Modulationen – komponiert in einer Welt, die von Gewalt, Brüchen, Widersprüchen ebenso geprägt ist wie von dem Potential tiefgreifender Veränderungen. Die Ausstellung vereint eine jüngere Arbeit und zwei eigens für den Portikus entwickelte Neuproduktionen von Hassan Khan, die Sprache, Musik und Bild als eigenständige, zugleich aber eng miteinander verflochtene Formen der Übertragung erkunden. Sie lenkt den Blick auf künstlerische Ausdrucksformen, die – so die Hoffnung – auch inmitten politischer und sozialer Desintegration wirksam bleiben können. Jedes Werk eröffnet dabei spezifische Bedingungen einer Auseinandersetzung: Eine LED-Textarbeit sampelt einen investigativen Zeitungsartikel, um Tabus, gesellschaftliche Ordnungen und die Rolle des Zynismus in der Herausbildung gegenwärtiger Machtstrukturen zu beleuchten. In einer Installation aus Mobiltelefonen durchsucht eine App algorithmisch ein Archiv aus Bildern und Texten und verwandelt eine Reihe von Notizen in eine stotternde, vielstimmige Fuge. Und ein Lied, das zugleich ein Video ist, lässt Analyse, Humor, Emotion und direkte politische Ansprache zu einem ganzheitlichen kulturellen Erzeugnis verschmelzen. Diese Ausstellung widmet sich den destruktiven Facetten liberaler Selbstbilder, den unaufgearbeiteten Geschichten, die sich in unserer Gegenwart fortschreiben, und den produktiven Möglichkeiten, die sich unter diesen Bedingungen dennoch ergeben.
    Description

    Hassan Khan Little Castles

    Ended 8 Feb 2026